Organisten 2018

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Johannes Krutmann wurde bereits früh durch den Kontakt mit historischen Orgeln musikalisch geprägt. Er studierte Kirchenmusik, Cembalo und Orgel an der Musikhochschule Köln. Zu seinen Lehrern zählen u. a. Rudolf Ewerhart, Hugo Ruf, Gerald Hambitzer und Alastair Thompson. Zahlreiche weitere Anregungen und Prägungen verdankt er Meisterkursen in Deutschland und England (u. a. bei Harald Vogel, Ludger Lohmann, Jon Laukvik, Wolfgang Zerer, Wolfgang Seifen, Naji Hakim, Glen Wilson, Ralph Allwood). In den Jahren 1997 bis 2006 übernahm er selbst eine Lehrtätigkeit an der Universität Dortmund in den Fächern Chorleitung und Orgel. An der Liebfrauenkirche in Hamm ist er als Dekanatskirchenmusiker tätig. Hier initiierte er den Bau der neuen Goll-Orgel, an der er auch als Interpret auf CD-Einspielungen zu hören ist. Er leitet und betreut dort mehrere Konzertreihen, u. a. das „Orgeltriduum“, die „Internationalen Orgeltage Hamm“ und das überregionale Hellweg-Orgelfestival „Orgel21“. Zudem war er über 10 Jahre als Orgelbeauftragter der Erzdiözese Paderborn tätig, als freier Orgelsachverständiger berät er weiterhin verschiedene Restaurierungsprojekte an historischen Orgeln. Neben der täglichen liturgischen Musizierpraxis pflegt er eine rege Konzerttätigkeit als Organist, Cembalist und Chorleiter. Mit seinen verschiedenen Chören und Ensembles führte er viele wesentliche Werke der Chor- und Oratorienliteratur vom 12. bis zum 20. Jahrhundert auf, darunter auch mehrere Uraufführungen. Obwohl die Werke Bachs immer wieder einen musikalischen Fokus bilden, ist auch die Beschäftigung und Aufführung musikalischer Entdeckungen immer wieder ein wichtiger und erfüllender Teil seiner Tätigkeit. Konzerte führten ihn an viele, vornehmlich historische Instrumente in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. 2011 wurde ihm der Kunst- und Kulturpreis der Stadt Hamm verliehen. 

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Daniel Tappe, Jahrgang 1978, stammt aus Anröchte in Westfalen. Er studierte zunächst in Lübeck Kirchenmusik und Orgel bei Martin Haselböck, anschließend am renommierten Oberlin Conservatory of Music in Ohio/USA Orgel bei James David Christie, historische Tasteninstrumente, historische Aufführungspraxis und Musikgeschichte. Seine Studien schloss er 2007 mit dem Bachelor und Master of Music ab. Im gleichen Jahr erhielt er den Selby Harlan Houston Prize für besondere Leistungen in den Fächern Orgel und Musiktheorie. Während des Studiums wirkte Daniel Tappe als Organist und Chorleiter an der Christ Church in Oberlin und trat regelmäßig als Organist und Cembalist mit diversen Ensembles auf. Gleichzeitig war er als Tutor für Musiktheorie und Deutsch tätig. Nach Deutschland zurückgekehrt, wurde er 2007 als einziger Organist für den Fachbereich Soloklasse an der Musikhochschule Hannover zugelassen und legte 2009 das Konzertexamen für Orgel bei Pier Damiano Peretti ab. 2007 und 2008 erlangte Daniel Tappe erste Preise bei internationalen Orgelwettbewerben in Biarritz (Grand Prix André Marchal) und Bad Homburg vor der Höhe (FUGATO Festival). Als FUGATO-Preisträger brachte er 2010 zusammen mit László Fenyö „Sulamith“- Danses sacreés für Cello und Orgel von Enjott Schneider im Beisein des Komponisten zur Uraufführung.  Zahlreiche Meisterkurse bei den großen Namen der Orgelwelt, wie zum Beispiel Olivier Latry, Marie-Louise Langlais und Harald Vogel, runden seine Ausbildung ab. ____________________________________________________________________________

Maria Magdalena Kaczor begann ihr Musikstudium an der Nationalen Musikakademie Ignacy Paderewski in Poznań, welches sie 2004 mit ihrem Masterdiplom im Fach Klavier abschloss. Von 2005 bis 2008 studierte sie Orgel bei Françoise Dornier am Conservatoire Gabriel Fauré in Paris und dann am Conservatoire National Supérieur de Musique et Danse in Lyon, wo sie im Juni 2012 ihre Abschlu.prüfung absolvierte (mention „très bien“). Ferner studierte sie von April 2011 bis März 2012 an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg Orgel bei Prof. Pieter van Dijk und Prof. Wolfgang Zerer. Von Oktober 2015 bis Juni 2017 absolvierte Maria-Magdalena Kaczor das Zertifikatsstudium Künstlerische Meisterklasse an der Hochschule für Musik und Theater in München bei Prof. Bernhard Haas. Während der Saison 2012/2013 war Maria-Magdalena Kaczor als Organistin “Artist in residence” an der “Kitara Concert Hall” in Sapporo, Japan. Im März 2013 spielte sie an der großen Kern-Orgel der Kitara Concert Hall ihre erste Solo-CD ein („Esprit des lumi.res volantes“), auf der sie mit Werken von Raison, Grigny, Bach, Liszt, Schroeder, Surzyński und Tournemire zu hören ist. Im April 2015 hat sie an der historischen Ferdinand Stieffell-Orgel (1786) in Langensteinbach (Karlsbad) ihre zweite Solo-CD mit Musik von Ludwig van Beethoven aufgenommen (Preis der deutschen Schallplattenkritik Bestenliste IV/2015). Ihre dritte solo-CD hat sie an der sechs verschiedene Orgel in Deutschland in 2016 mit Musik von Sweelinck, Bach, Barblan, Böhm und Karg-Elert aufgenommen. Maria Magdalena Kaczor ist Stipendiatin verschiedener Stiftungen und Kulturinstitute in Polen und Frankreich. Im September 2011 gewann sie einen von zwei zweiten Preisen (ein 1. Preis wurde nicht vergeben) beim Internationalen Orgelwettbewerb um den Hermann-Schroeder-Preis im Hohen Dom zu Trier. Sie tritt regelmäßig bei zahlreichen Musikfestivals in Belgien, Deutschland, Frankreich, Japan, Italien, Luxemburg, den Niederlanden und Polen auf.

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Gereon Krahforst, geboren 1973 in Bonn, war bereits an zahlreichen renommierten Stellen (Paderborner Domorganist, Mindener Dom, Mönchengladbacher Münster, Stadtkirche Marbella/Spanien und Kathedrale in St. Louis/Missouri/USA, Dozent an der Musikhochschule Hannover) tätig, bevor er Abteiorganist in Maria Laach wurde und damit in seine Heimat zurückkehrte. Vor dem Studium erhielt er Orgelunterricht bei Revd. J. Birley und M. Karas; danach studierte er Kirchenmusik, Klavier, Tonsatz, Komposition und Kirchenmusik (mit Auszeichnung); Orgel bei C. Ganz und D. Roth; später private Studien bei Marie-Claire Alain in Paris. Meisterkurse bei W. Seifen, G. Bovet, J. Laukvik, T.A. Nowak, P. Planyavsky, F. Lehrndorfer und vielen anderen. Seine internationale Konzerttätig- und Lehrtätigkeit führte ihn als Gast in vielen Kirchen, Konzertsälen und bei internationalen Festivals, auch als Improvisator, in fast alle Länder Europas, die russische Föderation, Israel, die USA, Kanada, Korea und Japan. Im Mittelpunkt seines umfangreichen Repertoires steht das gesamte Orgelwerk Bachs, das er bereits dreimal komplett aufführte; daneben die Gesamtwerke von Scheidt, Pachelbel, Muffat, Couperin, Buxtehude, Mendelssohn, Schumann, Brahms, Franck, Duruflé, zahlreiche Werke von Guilmant, Widor, Vierne, Dupré und Messiaen sowie ein großer Fundus an unbekannten, lohnenswerten Komponisten aller möglichen Länder und Epochen. Immer wieder werden seine abwechslungsreichen Programmgestaltungen und unkonventionellen Registrierungen bewundert, was in lobenden Kommentaren und Empfehlungen von Jean Guillou, Olivier Latry, Thierry Escaich, John Scott und Stephen Tharp gipfelt. 2015 erhielt er von der Erzdiözese Freiburg einen großen Kompositionsauftrag zum 50jährigen Bestehen der Domorgel und verfasste eine Symphonie für 1-4 Orgeln; daneben sind zahlreiche Chor- und Orgelwerke in deutschen, holländischen und amerikanischen Verlagen erschienen; zudem spielte er einige vielbeachtete CDs ein und trat oft für das Fernsehen und den Rundfunk auf. Seit 2014 leitet er die Konzertreihe „Geistliche Musik an St. Sebastian“ in Boppard; seit 2016 ist er zusammen mit Dr. Kai Becker künstlerischer Leiter der Orgelkonzerte in Niederehe und seit 2017 zudem im Komitee der Internationalen Orgelwochen Rheinland-Pfalz im Kultusministerium Mainz, seit 2018 zusätzlich Organist und Custos der großen Orgel in der Rhein-Mosel-Halle Koblenz sowie Intendant des Bonner Orgelfestes. Außerdem ist Krahforst Widmungsträger diverser zeitgenössischer Kompositionen (u.a. Rami Bar-Niv/Israel).

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