Organisten 2022

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Gereon Krahforst, geboren 1973 in Bonn, war bereits an zahlreichen renommierten Stellen (Paderborner Domorganist, Mindener Dom, Mönchengladbacher Münster, Stadtkirche Marbella/Spanien und Kathedrale in St. Louis/Missouri/USA) tätig, bevor er Abteiorganist in Maria Laach wurde und damit in seine Heimat zurückkehrte. Vor dem Studium erhielt er Orgelunterricht bei Revd. John Birley und Markus Karas; danach studierte er Kirchenmusik, Klavier, Tonsatz, Komposition und Kirchenmusik (mit Auszeichnung); Orgel bei Clemens Ganz und Daniel Roth; später private Studien bei Marie-Claire Alain in Paris. Meisterkurse bei Wolfgang Seifen, Guy Bovet, Jon Laukvik, Tomasz Adam Nowak, Peter Planyavsky, Thierry Mechler, Franz Lehrndorfer, Petr Eben und vielen anderen. Seine internationale Konzerttätig- und Lehrtätigkeit führte ihn als Gast in vielen Kirchen, Konzertsälen und bei internationalen Festivals, auch als Improvisator, in fast alle Länder Europas, die russische Föderation, Israel, die USA, Kanada, Korea und Japan. Im Mittelpunkt seines umfangreichen Repertoires steht das gesamte Orgelwerk Bachs, das er bereits dreimal komplett aufführte; daneben die Gesamtwerke von Scheidt, Pachelbel, Muffat, Couperin, du Mage, Clerambault, Buxtehude, Mendelssohn, Schumann, Brahms, Franck, Duruflé, sämtliche Orgelsymphonien von Widor, zahlreiche Werke von Guilmant, Vierne, Dupré und Messiaen sowie ein großer Fundus an unbekannten, lohnenswerten Komponisten aller möglichen Länder und Epochen. Immer wieder werden seine abwechslungsreichen Programmgestaltungen und unkonventionellen Registrierungen bewundert, was in lobenden Kommentaren und Empfehlungen von Jean Guillou, Olivier Latry, Thierry Escaich, John Scott und Stephen Tharp gipfelt.

2015 erhielt er von der Erzdiözese Freiburg einen großen Kompositionsauftrag zum 50jährigen Bestehen der Domorgel und verfasste eine Symphonie für 1-4 Orgeln; daneben sind zahlreiche Chor- und Orgelwerke in deutschen, holländischen und amerikanischen Verlagen erschienen; zudem spielte er einige vielbeachtete CDs ein, wurde als Juror bei internationalen Orgelwettbewerben verpflichtet und trat oft für das Fernsehen und den Rundfunk auf.

Seit 2014 leitet Krahforst die jährlichen Geistlichen Musiken an St. Sebastian in Boppard, seit 2016 mit Teamkollegen Dr. Kai Becker auch die Orgelkonzerte an der König-Orgel (1714) in Niederehe, der ältesten spielbaren Orgel in Rheinland-Pfalz; seit 2017 ist er freier Mitarbeiter im Komitee der Internationalen Orgelwochen Rheinland-Pfalz im Kultusministerium Mainz, seit 2018 zusätzlich Organist und Custos der großen Orgel in der Rhein-Mosel-Halle Koblenz sowie Intendant des Bonner Orgelfestes und seit 2019 nebenberuflicher Kirchenmusiker im Pfarreienverband Plaidt, wo die kostbare englische Keates-Orgel (1896) in St. Kastor, Andernach, zu seinen Instrumenten zählt. Außerdem ist Krahforst Widmungsträger diverser zeitgenössischer Kompositionen (u.a. Rami Bar-Niv/Israel). Im Jahr 2019 spielte er in Koblenz und Maria Laach jeweils alle 10 Orgelsymphonien Widors. 2020 folgt das gesamte Orgelwerk von Louis Vierne inklusive der 6 Orgelsymphonien.

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Axel Wilberg (*1976 in Mechernich) erhielt ersten Orgelunterricht bei Kurt-Ludwig Forg und besuchte die Musikschule Euskirchen (Klavier, Oboe, Komposition).

Nach dem Abitur am St.-Michael-Gymnasium in Bad Münstereifel studierte er in Aachen, Augsburg und Nürnberg Kirchenmusik, Instrumentalpädagogik, Orgel und Cembalo (Orgel bei Prof. Karl Maureen, Improvisation bei Prof. Johannes Mayr, Chorleitung bei Prof. Alfons Brandl, Cembalo bei Andreas Maisch und Oscar Milani). Die Studien schloss er mit dem A-Examen, dem Musiklehrerdiplom und der künstlerischen Reifeprüfung ab. Eine Ausbildung als Orgelsachverständiger und zahlreiche Meisterkurse bei renommierten Interpreten wie Jon Laukvik, Heinz Wunderlich, Guy Bovet, Gerd Zacher, Stefan Engels, Luigi Ferdinando Tagliavini, Ton Koopman, Ben van Oosten, Daniel Roth, Ludger Lohmann und Christopher Herrick rundeten seine Ausbildung ab.

2005 bis 2008 war er als Kantor in Mering und Bonn tätig. 2008 wechselte er in den Schuldienst und legte 2010 das 2. Staatsexamen als Gymnasiallehrer ab. Derzeit ist Axel Wilberg Oberstudienrat für Musik und Physik am Johannes-Sturmius-Gymnasium in Schleiden.

2014 bis 2016 war er Dozent für Orgel an der Universität Koblenz. Aufnahmen und journalistische Tätigkeit für Fachzeitschriften ergänzen sein künstlerisches Profil. Axel Wilberg konzertiert seit 1992 in verschiedenen europäischen und nordamerikanischen Ländern.

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Johannes Geffert wurde 1951 als Sohn eines bekannten Bonner Organisten und Kirchenmusikers geboren und wuchs in den Traditionen dieses Berufes auf. Nach dem Studium in Köln (Prof. Dr. Michael Schneider) setzte er seine Orgelausbildung in England bei Nicolas Kynaston fort. Von 1974 bis 1979 leitete er den Bachverein in Aachen (Gründung der Aachener Bachtage), verbunden mit dem Kantorenamt an der Annakirche. Als Kirchenmusikdirektor war er von 1980 bis 1997 an der traditionsreichen Kreuzkirche in Bonn tätig, wirkte als Organist der Beethovenhalle und unterrichtete an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Dann übernahm er die Leitung der Abteilung evangelische Kirchenmusik als Professor für Orgel und Improvisation an der Hochschule für Musik in Köln bis 2015.
Künstlerische Vielseitigkeit zeichnet ihn aus und spiegelt sich im Repertoire seiner LP- und CD-Produktionen. Die Klarheit seines Orgelspiels verglich fono forum bereits 1974 mit dem Spiel Glenn Goulds, seine erste Bach-Einspielung wurde von der Kritik als „wegweisende Interpretation“ gerühmt. Gleichzeitig fand seine künstlerische Auseinandersetzung mit der Orgelmusik und mit Orgeltranskriptionen des 19. Jahrhunderts besondere Beachtung. Das einhellige Lob seiner Liszt-Bearbeitungen gipfelt in dem Kommentar: „besser als das Orginal!“ (The Grammophone 89,3). Regelmäßig spielt Johannes Geffert auch neue Orgelwerke, so z.B. die deutschen Erstaufführungen der Zyklen Faust und Hiob von Petr Eben. Eine zusätzliche Erweiterung bildete 1991 die Gründung der Johann Christian Bach-Akademie, eines Orchesters zur Aufführung alter Musik in historischer Spielpraxis.
Fachwelt und Presse rühmen an seinem Spiel immer wieder Stilsicherheit und die Kunst des Registrierens – eine Frucht langjährigen Konzertierens an den verschiedensten Instrumenten in aller Welt.
Geffert ist Ehren-Vizepräsident der englischen Organistenvereinigung AIO, Vorstandsmitglied im Bonner Beethovenhaus und wurde mit der Aachener Bach-Medaille geehrt.
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Holle Goertz studierte an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf Kirchenmusik (A-Examen), sowie Dirigieren mit dem Schwerpunkt Chorleitung. Seit 2001 ist sie Regionalkantorin für die Region Eifel im Bistum Aachen mit Dienstsitz in Kall und Dozentin für Chorleitung in der C-Ausbildung im Bistum Aachen. Im Kloster Steinfeld ist Holle Goertz mitverantwortlich für die international beachteten Konzertreihen an der historischen König-Orgel in der Basilika.

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