Organisten 2020

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Gereon Krahforst, geboren 1973 in Bonn, war bereits an zahlreichen renommierten Stellen (Paderborner Domorganist, Mindener Dom, Mönchengladbacher Münster, Stadtkirche Marbella/Spanien und Kathedrale in St. Louis/Missouri/USA) tätig, bevor er Abteiorganist in Maria Laach wurde und damit in seine Heimat zurückkehrte. Vor dem Studium erhielt er Orgelunterricht bei Revd. John Birley und Markus Karas; danach studierte er Kirchenmusik, Klavier, Tonsatz, Komposition und Kirchenmusik (mit Auszeichnung); Orgel bei Clemens Ganz und Daniel Roth; später private Studien bei Marie-Claire Alain in Paris. Meisterkurse bei Petr Eben, Wolfgang. Seifen, Guy Bovet, Jon Laukvik, Tomasz Adam Nowak, Peter Planyavsky, Thierry Mechler, Franz Lehrndorfer und vielen anderen. Seine internationale Konzerttätig- und Lehrtätigkeit führte ihn als Gast in vielen Kirchen, Konzertsälen und bei internationalen Festivals, auch als Improvisator, in fast alle Länder Europas, die russische Föderation, Israel, die USA, Kanada, Korea und Japan. Im Mittelpunkt seines umfangreichen Repertoires steht das gesamte Orgelwerk Bachs, das er bereits dreimal komplett aufführte; daneben die Gesamtwerke von Scheidt, Pachelbel, Muffat, Couperin, du Mage, Clerambault, Buxtehude, Mendelssohn, Schumann, Liszt, Brahms, Franck, Duruflé, zahlreiche Werke von Guilmant (u.a. alle 8 Orgelsonaten), die 10 Symphonien Widors, die 6 Symphonien Viernes, Dupré und Messiaen sowie ein großer Fundus an unbekannten, lohnenswerten Komponisten aller möglichen Länder und Epochen. Immer wieder werden seine abwechslungsreichen Programmgestaltungen und unkonventionellen Registrierungen bewundert, was in lobenden Kommentaren und Empfehlungen von Jean Guillou, Olivier Latry, Thierry Escaich, John Scott und Stephen Tharp gipfelt.

2015 erhielt er von der Erzdiözese Freiburg einen großen Kompositionsauftrag zum 50jährigen Bestehen der Domorgel und verfasste eine Symphonie für 1-4 Orgeln; daneben sind zahlreiche Chor- und Orgelwerke in deutschen, holländischen und amerikanischen Verlagen erschienen; zum wiederholten Male erhielt er Kompositionsaufträge aus Berlin (Dom; u.a. für den ZDF-Fernsehgottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit 2018), München und der Princeton University in New Jersey; zudem spielte er einige vielbeachtete CDs ein , trat oft für das Fernsehen und den Rundfunk auf und war auch als Juror bei internationalen Wettbewerben zu sehen.

Seit 2014 leitet Krahforst die jährlichen Geistlichen Musiken an St. Sebastian in Boppard, seit 2016 auch die Alte-Musik-Orgelkonzerte an der ältesten spielbaren Orgel in Rheinland-Pfalz, der Balthasar-König-Orgel Niederehe; seit 2017 ist er freier Mitarbeiter im Komitee der Internationalen Orgelwochen Rheinland-Pfalz im Kultusministerium Mainz, seit 2018 zusätzlich Principal Organist in der Rhein-Mosel-Halle Koblenz sowie Intendant des Bonner Orgelfestes und seit 2019 u.a. Titularorganist an der englischen romantisch-symphonischen Keates-Orgel (1896) in St. Kastor, Andernach. Außerdem ist Krahforst Widmungsträger diverser zeitgenössischer Kompositionen aus Deutschland, den USA und Israel. Im Jahr 2019 spielte er in Koblenz und Maria Laach jeweils alle 10 Orgelsymphonien Widors; 2020 folgen dort die 6 Orgelsymphonien Viernes. Krahforst ist Mitglied der American Guild of Organists.
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Christian Lorenz (*1967) studierte in Lübeck und Köln evangelische Kirchenmusik, Cembalo, Dirigieren und Musikpädagogik. Wichtige Wegbegleiter waren ihm dabei H. Brelowski, H. Rohmeyer und J. Geffert (Orgel), G. Hambitzer (Cembalo) sowie Alois Kontarsky und M. Endres (Klavier).
Von 1995 bis 1996 nahm er eine Gastprofessur am Konservatorium der Kirche der Böhmischen Brüder (ČCE) in Kroměříž (CZ) wahr.
Weitere berufliche Stationen waren die Kirchenmusikerstellen in Köln-Bickendorf sowie Düsseldorf-Gerresheim.
Seit Juni 2005 ist er als Kirchenmusiker in Pfungstadt am Rande des Odenwalds tätig.
In Pfungstadt liegen seine Schwerpunkte in der Arbeit mit den Kinderchören, der Kantorei sowie der historischen Orgel (1825) der Martinskirche.
Christian Lorenz widmet sich sowohl in seiner kantoralen Arbeit als auch der Arbeit an der Orgel gerne Themen und Kompositionen, die abseits des Mainstream liegen. Nichtsdestoweniger umfasst sein Repertoire an der Orgel ein umfangreiches Oeuvre der Musikgeschichte, u.a. die Gesamtwerke von J.S. Bach, D. Buxtehude, J.L. Krebs und C.P.E. Bach. In der Romantik liegt sein besonderes Interesse bei J.G. Rheinber- ger und der frühen französischen Symphonik. Zeitgenössische Musik begleitet ihn ebenso wie der frühe norddeutsche Barock. Nach einer Gesamtaufführung des „Wohltemperierten Claviers“ von J.S. Bach 2018 auf der Orgel ist für 2021 die Aufführung der „Goldbergvariationen“ geplant. Eine umfangreiche Konzerttätigkeit sowie Rundfunk- und CD-Aufnahmen erweitern seine fachliche Reputation.
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Frank Stanzl
wurde 1970 in Heidelberg geboren. Er ist freiberuflich als Konzertorganist, Cembalist, Komponist und Dozent tätig, wirkt solistisch als Interpret und Improvisator, als Begleiter sowie als Leiter renommierter Ensembles und unterrichtet an Hochschulen im In- und Ausland. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die historisch informierte Aufführungspraxis, insbesondere der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts ebenso wie die Pflege zeitgenössischer Musik. Er studierte Kirchenmusik, künstlerisches Orgelspiel und Orgel-Konzertexamen, Klavier, historische Tasteninstrumente und Cembalo sowie Komposition an den Hochschulen in Köln und Saarbrücken.
Seine Tätigkeit wurde mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet.
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Die Konzertkarriere von James David Christie mit weltweiten Auftritten als Orgelsolist und in Zusammenwirken mit den weltbesten Symphonieorchestern und Alte Musik Ensembles weist ihn als einen der bedeutendsten Organisten unserer Zeit aus. Besonders geschätzt wird er für seinen Einsatz für Werke von Renaissance und Barockkomponisten: “Es gibt einen Grund dafür, dass James David Christie eingeladen wird, um Barockmusik auf solchen Instrumenten zu spielen. Er tut dies sowohl mit intellekutellem Verständnis und Verve – und wo angemessen –  mit Verspieltheit. Er lässt die Musik leben und atmen und tanzen.” (Scott Cantrell Dallas Morning Star). Gleichermaßen für seine Interpretationen deutscher und französischer romantischer und zeitgenössischer Musik bewundert, hat Christie mehr als fünfzig neue Werke uraufgeführt, zehn verlegte Werke sind ihm gewidmet.

Als erster Amerikaner, und als erster Teilnehmer in der achtzehnjährigen Geschichte des Wettbewerbs gewann er sowohl den ersten Preis und den Publikumspreis des Internationalen Orgelwettbewerbs in Brügge (Belgien) 1979. Von 1978 bis 2018 wirkte Christie als Organist des Boston Symphony Orchestra. Er konzertierte und machte Aufnahmen mit den Orchestern in Wien, London, Stuttgart, Koblenz, Philadelphia, San Francisco, San Diego, Seattle, Baltimore, New York, Boston, und viele weiteren. Über zwanzig Konzerttourneen führten ihn durch Europa. Er ist musikalischer Direktor des Ensemble Abendmusik, ein in Boston beheimatetes Alte Musik Ensemble und Chor, spezialisiert auf geistliche Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Er konzertierte mit vielen Alte Musik Ensembles, darunter der Academy of Ancient Music, Bach Ensemble, Handel & Haydn Society, Boston Baroque, Dublin Baroque, Boston Early Music Festival Orchestra und New York Collegium. Er war Juror bei den internationalen Orgelwettbewerben in Paris, St. Omer-Wasquehal, Chartres, Béthune, Biarritz, St. Albans, Amsterdam, Lübeck, Dublin, Worcester, Calgary, Montréal, Columbus, Dallas, Leipzig, Weimar-Merseburg, Speyer, Erfurt, Tokyo, Moscow, Kaliningrad, Pistoia, Astana, Lausanne, Boston, and Brügge. Seine Studenten sind Preisträger von Wettbewerben in Nordamerika, Europa, Japan, Russland und Südafrika.

James David Christies künstlerisches Wirken wird auf Aufnahmen der Labels Decca, Philips, Nonesuch, JAV, Northeastern, Arabesque, Denon, RCA, Dorian, Naxos, Bridge, CPO, und GM dokumentiert. Für seine Soloaufnahmen erhielt er bedeutende Auszeichnungen, darunter den  Preis der Deutschen Schallplatten Kritik und den Magazin d’Orgue: Coup de Coeur. Für seine herausragenden Leistungen für das musikalische Leben Bostons wurde ihm der Ehrendoktor der Künste der New England School of Law verliehen. Das New England Conservatory (Boston) zeichnete ihn mit seinem „Outstanding Alumni Award“ aus.
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